Der kleinste Weinbau- und Selbstkelterbetrieb in der Bündner Herrschaft

 

Einbrennen

Gepostet von Gion Willi am Sonntag, März 17, 2013

Nicht das Sie meinen ich hätte, hätte alles verbrannt. Ich habe nur den noch jungen Wein eingebrannt, man nennt diesen Prozess auch Schwefeln. Ja, ja ich verstehe wenn Sie nun die Hände verwerfen und denken muss das nun sein!

Lassen Sie es mich erklären.

(Quelle Ernesto Pauli WeinWissen)

Das Schwefeln ist eine Konservierungs- und Stabilisierungsmassnahme des Weines, man könnte es auch, als Hygienemassnahme verstehen.

Durch Schwefel werden die äusserst aktiven Oxidations-Enzyme blockiert und damit eine Oxidation unterbunden, Mikro-Organismen (wie zum Beispiel Essigsäure-Bakterien) und wilde Hefen werden gehemmt und der Luftsauerstoff wird abgebunden. Vor allem positiv ist die reduktive Wirkung von Schwefeldioxid. Es reagiert nämlich so heftig mit Sauerstoff, dass jede andere nachteilige Reaktion mit anderen Stoffen im Most oder Wein verhindert wird. Damit wird ein Braunwerden des Jungweines verhindert und die Haltbarkeit wesentlich verlängert.

Wie das geht?

Man nehme schweflige Säure, um Himmelswillen nicht Schwefelsäure!

Es handelt sich dabei um 5% schweflige Säure in flüssiger Form. Der Geruch ist un-vergesslich grauenhaft. Gibt man 100 Liter Wein 1 dl von der 5% schwefligen Säure bei, entspricht das 50 mg SO2 pro Liter Wein, eine volle Dröhnung.

Ich habe es nicht über das Herz gebracht, ich habe die Dröhnung portioniert. Ich glaube, dass es nicht gut ist, die chemischen Vorgänge, das Reifwerden des Weins mit einem Hammerschlag zu unterbrechen, darum habe ich am 8. Februar mit 35 mg SO2 eingebrannt, ja „iibrennt“.

Ende Februar war ich wieder einmal bei Hitsch. Christian Hermann hat in seinem Labor den SO2 Gehalt meines Weins gemessen, das ging schmerzlos. Das Ergebnis zeigte einen Wert von 17.7 mg SO2, deutlich zu tief, was mich veranlasste, am 3. März nochmals mit 35 mg nach zu brennen.



Schwefel gibt Kopfschmerzen, hat man Ihnen das gesagt?
Für den menschlichen Körper ist er in kleinen Mengen unproblematisch. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Kopfschmerzen nach Wein-Genuss nicht auf den Schwefelgehalt, sondern auf Histamin zurückzuführen. Darüber ein Andermal!



Einbrennen

Gepostet von Gion Willi am Sonntag, März 17, 2013

Nicht das Sie meinen ich hätte, hätte alles verbrannt. Ich habe nur den noch jungen Wein eingebrannt, man nennt diesen Prozess auch Schwefeln. Ja, ja ich verstehe wenn Sie nun die Hände verwerfen und denken muss das nun sein!

Lassen Sie es mich erklären.

(Quelle Ernesto Pauli WeinWissen)

Das Schwefeln ist eine Konservierungs- und Stabilisierungsmassnahme des Weines, man könnte es auch, als Hygienemassnahme verstehen.

Durch Schwefel werden die äusserst aktiven Oxidations-Enzyme blockiert und damit eine Oxidation unterbunden, Mikro-Organismen (wie zum Beispiel Essigsäure-Bakterien) und wilde Hefen werden gehemmt und der Luftsauerstoff wird abgebunden. Vor allem positiv ist die reduktive Wirkung von Schwefeldioxid. Es reagiert nämlich so heftig mit Sauerstoff, dass jede andere nachteilige Reaktion mit anderen Stoffen im Most oder Wein verhindert wird. Damit wird ein Braunwerden des Jungweines verhindert und die Haltbarkeit wesentlich verlängert.

Wie das geht?

Man nehme schweflige Säure, um Himmelswillen nicht Schwefelsäure!

Es handelt sich dabei um 5% schweflige Säure in flüssiger Form. Der Geruch ist un-vergesslich grauenhaft. Gibt man 100 Liter Wein 1 dl von der 5% schwefligen Säure bei, entspricht das 50 mg SO2 pro Liter Wein, eine volle Dröhnung.

Ich habe es nicht über das Herz gebracht, ich habe die Dröhnung portioniert. Ich glaube, dass es nicht gut ist, die chemischen Vorgänge, das Reifwerden des Weins mit einem Hammerschlag zu unterbrechen, darum habe ich am 8. Februar mit 35 mg SO2 eingebrannt, ja „iibrennt“.

Ende Februar war ich wieder einmal bei Hitsch. Christian Hermann hat in seinem Labor den SO2 Gehalt meines Weins gemessen, das ging schmerzlos. Das Ergebnis zeigte einen Wert von 17.7 mg SO2, deutlich zu tief, was mich veranlasste, am 3. März nochmals mit 35 mg nach zu brennen.



Schwefel gibt Kopfschmerzen, hat man Ihnen das gesagt?
Für den menschlichen Körper ist er in kleinen Mengen unproblematisch. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Kopfschmerzen nach Wein-Genuss nicht auf den Schwefelgehalt, sondern auf Histamin zurückzuführen. Darüber ein Andermal!